„The Global Game“: Die Brasilianer im Ausland, ein alltäglicher Weg

„The Global Game“ ist eine neue Goal.com-Serie, die die Auswirkungen des Fußballs auf der ganzen Welt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, die auch mit den Hintergründen des Sports zu tun haben und nicht in der alltäglichen Berichterstattung vorkommen.

06.11.2009 17:34:53

Kaká; Juan; Robinho - Brasil
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Kaká; Juan; Robinho - Brasil

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(rb) Diesmal widmen wir uns jener Nation die seit Jahrzehnten die besten Fußballspieler produziert. Die Rede ist von Brasilien. Wenn ein Klub einen Brasilianer verpflichtet sind die Erwartungen standesgemäß immer besonders hoch, weil man von dem Spieler automatisch erwartet, dass er wie viele seiner Landsleute ein Ballzauberer ist und das Publikum in Ekstase versetzt. Auch wenn das nicht immer zutrifft, kann man durchaus sagen, dass die Ballzauberer vom Zuckerhut ein gutes Gespür für den Ball haben und meist Verfechter des gepflegten Fußballs sind. Doch warum gerade Brasilianer? Keine andere Nation bringt annähernd so viele gute Spieler wie Brasilien hervor, doch warum gerade dieses Land aus Südamerika?

Einfluss britischer Reisender

Wie auch in etlichen anderen Ländern führte der Schotte John Miller mit seinem Sohn Charles den Fußballsport in Brasilien ein. In gewisser Weise hatte der brasilianische Fußball eine eher provinzielle Herkunft. Das erste internationale Spiel der Selecao war gegen Exeter City und das Spiel wurde in der ehrwürdigen alten Bastion bürgerlicher Identität, bei Fluminense ausgetragen. Es war damals ein Spiel von den Reichen für die Reichen.  Kein Land der Erde hat den Sport so geprägt wie Brasilien. Nirgendwo wird Fußball von den Kindern so leidenschaftlich gespielt wie in Brasilien. Die Kinder der Favelas beschäftigen sich heute noch hauptsächlich mit dem runden Leder oder wie ihren Fall, traurigerweise mit Gegenständen, die einem Fußball ähneln.

Die Popularität des Sports brachte auch allmählich Erfolg. Innerhalb zwei Dekaden, nach dem internationalen Debüt  Brasiliens 1914, war die brasilianische Nationalmannschaft ein anerkanntes Team, das auch international gefürchtet war. Schon 1958 wurde man zum ersten Mal Weltmeister. Seitdem waren brasilianische Spieler extrem begehrt. Es gibt nur wenige Länder auf dieser Welt, die in ihrer einheimischen Liga keinen brasilianischen Legionär haben. Doch was sind die Gründe für die große Popularität brasilianischer Legionäre?

Europäische Heimat

Für viele brasilianische Fußballspieler ist Europa schon eine zweite Heimat geworden und Goal.com interviewte Alan Arruda, der schon in Europa für einige Vereine gespielt hat und momentan für Nomme Kalju in Estland aufläuft.

„Mein erster Klub in Europa war Ferencvaros in Ungarn. Mein Bruder hat dort gespielt und danach haben sie auch mich verpflichtet. Bei diesem Transfer war kein Agent involviert, ich habe noch nie einen Agenten gehabt. Als ich nach Europa ging, war die größte Umstellung das Wetter. Aber wir mussten uns früher oder später damit anfreunden. Auch die Sprache war zunächst ein Faktor, aber nach einer Weile konnte ich mich verständigen und mich gut einleben. In Europa wird ein physischer Fußball gespielt, wo es ständig Kontakt gibt. Ich konnte mich erst nach zwei Monaten daran gewöhnen.“, so Alan Arruda gegenüber Goal.com.

Nach seinem Ungarn-Engagement wechselte er nach Österreich, Finnland und letztendlich nach Estland. Seine Liebe zum Fußball half ihm bei seinen Auslandsengagement wie sich später herausstellen sollte: „In Brasilien wurden wir geboren, um Fußballer zu werden. Wenn ein Kind geboren wird, ist das erste Geschenk normalerweise ein Ball, demnach mussten wir damit spielen. Nach Ferencvaros ging ich auf Empfehlung eines Freundes nach Österreich und danach nach Finnland. Dort spielte ich für einen brasilianischen Coach den ich kannte und der nahm mich dann auch nach Estland mit. Die Fußball-Welt ist klein. Jeder kennt jeden und man hilft sich gegenseitig. Wir müssen alle spielen, haben Familien und helfen unsere Eltern. Wir gehen miteinander sehr freundlich um, wie alle Brasilianer und hier in Estland haben wir nette Leute kennen gelernt, die sich für unsere Kultur interessieren.“

Zuletzt sprach er noch über seine eigene Zukunft: „Aber ich weiß noch nicht, wo ich zukünftig spielen werde. Es war mein Traum ein Fußballer zu sein und ich möchte noch nicht aufhören. Aber wenn ich nur mehr des Geldes wegen spielen sollte, dann kehre ich nach Brasilien zurück und werde ein normales Leben führen. Jedoch, wenn ich nicht mehr spielen sollte, gäbe es keinen Grund hier zu sein. Das Leben ist eine große Schule, wo wir leben müssen und jeden Tag dazulernen können.“

Lest am kommenden Dienstag den zweiten Teil dieser Reportage, die uns nach Asien bringt und die dortige Popularität der Brasilianer näher erklären soll.

Eure Meinung: Was macht brasilianische Fußballer so besonders? Warum sind die Spieler vom Zuckerhut in der europäischen Ländern so beliebt? Sagt uns was für euch das Besondere an brasilianischen Spielern ist?
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