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Ehren-Runde: Die zwei AZ-Krisen
Es gibt zwei große Problemstellen beim aktuellen holländischen Meister: Zum einen stellt sich in diesen Tagen und Stunden heraus, ob die Firma des Klubbesitzers, die gleichzeitig auch Hauptsponsor des Vereins ist, pleite ist. Und zum anderen sind neben den finanziellen auch die sportlichen Ergebnisse nicht so wie gewünscht. Dass die eine Krise mit der anderen zusammenhängt, ist höchst wahrscheinlich.
16.10.2009 13:29:58
Dirk Scheringa, director of AZ Alkmaar (foto PRO SHOTS)
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AZ fehlt der Hauptsponsor
Die Angst vor der Insolvenz der Bank beschleunigte in dieser Woche die Pleite: 600 Millionen Euro zogen die Kunden von den Konten bei der DSB ab. Damit fehlte der Bank das Geld und sie wurde unter Aufsicht gestellt. Und AZ fehlt ab dem kommenden Sommer der Hauptsponsor, der bislang auf der Trikotbrust warb.
Nur eine Verbindung?
Um die vielen offenen Fragen zu beantworten, sah sich die Vereinsführung in dieser Woche gezwungen, in einer Pressekonferenz Antworten zu geben. „Dirk Scheringa ist weiterhin Präsident, aber er wird vorläufig keine aktive Rolle mehr Spielen“, sagte AZ-Geschäftsführer Toon Gerbrands und stellte fest: „Es gibt nur eine Verbindung zwischen AZ und der DSB-Bank und das ist das Sponsoring.“
14 Millionen Euro für Transfers
Es gibt allerdings noch eine weitere Verbindung: AZ hat von der DSB-Bank einen Kredit in Höhe von 14 Millionen Euro bekommen. „Der Kredit war für uns ein Vorteil, damit wir zu jedem gewünschten Zeitpunkt Spieler verpflichten können“, erklärte Gerbrands.
Warten auf die Prämie
Die Finanzkrise hat also beim niederländischen Meister voll zugeschlagen – und fließend ist der Übergang zur sportlichen Krise. Wie jetzt bekannt wurde warten die AZ-Spieler immer noch auf ihre Meisterprämie. Die sollte nach Vereinsangaben aus den von der UEFA ausbezahlten Champions League-Einnahmen weitergereicht werden. Die seien noch nicht angekommen, und deshalb gebe es den Bonus für die Spieler noch nicht.
Kader fast unverändert
Ausbleibende Zahlungen tragen bestimmt nicht zur Motivation des Kaders bei. Der ist im Vergleich zum Vorjahr bis auf den Abgang von Mittelfeld-Regisseur Demy de Zeeuw zu Ajax Amsterdam beinahe unverändert geblieben. Auf der Trainerbank ersetzte Ronald Koeman den zu Bayern München gewechselten Louis van Gaal. Wenige Wechsel – aber es läuft nicht bei AZ.
Mäßige Ergebnisse
In der vergangenen Saison kassierte AZ an den ersten 30 Spieltagen nur 2 Niederlagen. In diesem Jahr sind es in den ersten 8 Spielen schon 4 Pleiten gewesen. Dazu kommen noch zwei unbefriedigende Resultate in der Champions League: Bei Olympiakos Piräus verlor Alkmaar mit 0:1 und zu Hause gegen Standard Lüttich kassierte man in der Nachspielzeit den 1:1-Ausgleich.
El Hamdaoui macht Ärger
Darüber hinaus trifft Torjäger Mounir El Hamdaoui nicht mehr so regelmäßig wie in der Vorsaison und fällt nur noch durch seine regelmäßigen Aussetzer und Streitigkeiten auf. So verpasste der Stürmer ein Spiel, weil er 35 Minuten zu spät zum Treffpunkt der Mannschaft kam. Am Tag darauf verließ er wütend das Training der Reservespieler und brüllte einen Journalisten an. Unruhige Zeiten in Alkmaar – sowohl finanziell als auch sportlich.
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