Spielbericht Confederations Cup: Italien – Brasilien

Weltmeister Italien muss sich vom Confederations Cup verabschieden. Die Azzurri verloren gegen Brasilien nach einer schwachen Leistung mit 0:3 und werden im eigenen Land nun ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Ein Jahr bleibt Marcello Lippi noch Zeit, sein Team zu verjüngen und zu verbessern.

21.06.2009 23:20:04

2009 FIFA Confederations Cup: Lucio Italy-Brazil (PA)
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2009 FIFA Confederations Cup: Lucio Italy-Brazil (PA)

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Spieler

Von Thomas BAUER

Pretoria. So wie Europameister Spanien beendet auch Brasilien die Vorrunde des Confed-Cups ohne Punkteverlust. Gegen Italien kassierte der Rekord-Weltmeister keinen einzigen Gegentreffer und freute sich über einen überraschend klaren 3:0-Erfolg.

PERSONAL & TAKTIK

Italiens Trainer Marcelo Lippi entschied sich, diesmal Luca Toni von Beginn an spielen zu lassen. Der Bayern-Stürmer sollte gemeinsam mit Vincenzo Iaquinta für die Tore sorgen. Gennaro Gattuso sowie Giuseppe Rossi saßen gegen Brasilien zunächst auf der Bank. Auf der Gegenseite spielte Brasilien in Bestbesetzung, nur der Einsatz von Ramires an Stelle von Elano überraschte etwas. Aus taktischer Sicht forcierten die Südamerikaner eine offensivere Spielweise mit sehr schnellem Kombinationsspiel, Italiens Ausrichtung wirkte da schon weitaus vorsichtiger.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE


Beide Teams starteten engagiert in die Partie, die klar bessere Elf war aber Brasilien. Während die Italiener nur selten in der Offensive gefährlich wurden, waren die Südamerikaner mit einem Schuss von Ramires an die Querlatte der Führung schon zu Beginn des Spiels sehr nahe. Oft musste Gianluigi sein ganzes Können ausspielen, vor allem nach Standardsituationen stand der Weltmeister alles andere als sicher. Brasilien drückte und Italien war nur noch mit dem Verteidigen beschäftigt, das konnte natürlich nicht lange gut gehen. Es schlug die Stunde des Luis Fabiano (37., 43.), der innerhalb von nur sechs Minuten für eine 2:0-Führung des Rekordweltmeisters sorgte. Zunächst nützte der Stürmerstar einen Abstauber nach Distanzschuss von Maicon, dann durfte er nach Vorarbeit von Robinho und Kaka ein weiteres Mal jubeln. Die katastrophale Leistung der italienischen Verteidigung erlebte kurz vor dem Pausenpfiff noch einen weiteren Tiefpunkt, als Dossena (45.) nach Querpass von Fabiano den Ball ins eigene Tor beförderte.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE


Auch nach dem Seitenwechsel hatte Brasilien das Spiel in der Hand, wenngleich die ganz gefährlichen Torchancen aber ausblieben. Die Italiener mussten nun reagieren und erhöhten den Druck nach vorne, konnten aus ihren wenigen Torchancen allerdings kein Kapital schlagen. Und so waren es wieder die Südamerikaner, die für noch lautere Töne der Vuvuzelas in Pretoria sorgten. Kaká verfehlte das Tor mit einem Schuss von der Strafraumgrenze nur um Zentimeter. Aufgrund des Spielverlaufs im Parallelspiel reichte den Italienern zu diesem Zeitpunkt ein einziger Treffer, aber selbst dieser wollte einfach nicht fallen. Es blieb somit beim 0:3 und dem Aus des Weltmeisters in der Vorrunde des Confed-Cups. Daran konnte auch gefährliche Schüsse von De Rossi und Dossena in der Schlussphase der Partie nichts mehr ändern.

SCHLÜSSELSPIELER

Auf Seiten der Brasilianer prägten vor allem Maicon, Luis Fabiano und Ramires das Spiel, denn das Trio bescherte den italienischen Verteidigern fortwährend Probleme. Der Weltmeister darf sich hingegen bei Gianluigi Buffon bedanken, der mehrmals einen weiteren Gegentreffer verhinderte. Hervorzuheben ist zudem Pirlo, der aktivste Spieler der „Azzurri“ am Platz.

SCHLÜSSELSZENE

Das 0:1 durch Fabiano war für Italien noch keine Tragik, nur wenige Minuten später aber bereits den zweiten Treffer zu kassieren, war für die Verteidiger der „Azzurri“ einfach zu viel. Zu langsam und unüberlegt agierten die Defensivspezialisten. Dass nur einige Augenblicke später ein Eigentor durch Dossena fiel, passt gut ins Bild.

SPIELER DES SPIELS: Luis Fabiano


Luis Fabiano ist der Held des Abends. Der brasilianische Stürmer brachte sein Team mit einem Doppelpack innerhalb von nur sechs Minuten mit 2:0 in Führung und lieferte kurz vor dem Pausenpfiff die Vorlage für das Eigentor von Dossena. Eine starke Bilanz des Torjägers, der sich derzeit in absoluter Top-Form befindet.

FAZIT

„Arrivederci, Italia!“, heißt es nach der 0:3-Niederlage des Weltmeisters gegen Brasilien. Die Italiener waren am Sonntagabend in der Offensive zu ideenlos und leisteten sich in der Abwehr gleichzeitig zu viele Schnitzer – das kann gegen die Südamerikaner nicht gut gehen. Brasilien geht hingegen gemeinsam mit Spanien als großer Turnierfavorit in die Runde der letzten vier Teams.

SPIELNOTE: 7
– Wir sahen eine Partie in Pretoria, die sich vor allem durch die Tabellensituation äußerst spannend entwickelte. Nach einer spielerisch hochklassigen ersten Halbzeit folgte eine eher schwache zweite Hälfte, die aber durch das Rennen um das Halbfinalticket bis zur letzten Minute aufregend blieb.

Anmerkung: die Noten reichen von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELSTATISTIK:

Aufstellungen

Stadion: Loftus Versfeld Stadion in Pretoria
Schiedsrichter: Archundia (Mexiko)
Torschüsse: 6:6
Eckbälle: 7:6

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