Südafrika scheitert und freut sich
Der Großteil der Spielzeit war für die Fans ein Grauen. Spanien und Südafrika konnten sich im Spiel um Platz drei kaum durchsetzen. Es gab nur wenige Torchancen zu sehen und das spielerische Niveau ließ insgesamt sehr zu wünschen übrig. Dann aber sollte kurz vor dem Ende der ganz klare Knall folgen. Plötzlich ergab ein Tor das andere und die Spannung war mit Händen zu greifen. Die Partie war ein Spiegelbild des gesamten Turniers. Am Ende fehlte den Gastgebern wieder nicht viel zur ganz großen Sensation. Und obwohl diese erneut verfehlt wurde, so waren die Offiziellen der Bafana Bafana doch wieder absolut zufrieden mit dem Blick in Richtung Weltmeisterschaft 2010, die dann ebenfalls im eigenen Land steigen wird.
28.06.2009 21:45:04
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Von Dennis WEINACHT
Rustenburg. Nach 70 Minuten hatte niemand mehr daran geglaubt, dass die Partie um den dritten Platz beim Confederations Cup 2009 nochmals eine positive Wendung nehmen könnte. Dann aber folgte ein Treffer auf den nächsten. Noch in der regulären Spielzeit sollten ausgerechnet zwei Joker noch vier Tore erzielen. Daniel Güiza traf für Spanien doppelt, ebenso wie auf der Gegenseite Katlego Mphela. In der Verlängerung war es dann Xabi Alonso, der mit seinem direkt verwandelten Freistoß den Deckel schließlich zu machte. Wieder hatte Südafrika gegen einen vermeidlich stärkeren Gegner sehr gut gespielt, wieder reichte es aber am Ende nicht. Für Nationaltrainer Joel Santana kein Grund, seiner Mannschaft in Lob zu entbehren: „Die Mannschaft hat sehr gut gespielt. Wir hatten eine gute Defensive und die Tore waren allesamt sehr schön. Das war richtig guter Fußball, obwohl der Gegner Spanien hieß.“
Die letzte Vuvuzuela verstummt
Dennoch war es auch aus Sicht des Trainers schade, dass die Mannschaft wieder einmal stark gespielt hatte, dennoch leer ausging. Das war bereits gegen Brasilien so und nun wiederholte sich die Vorstellung auch gegen Spanien. Dem Europameister wurde mehrfach ein Bein gestellt, er stolperte, fiel aber eben nicht. Sehr zur Enttäuschung der Fans, die schon nach der 2:1-Führung Spaniens das Stadion zahlreich verlassen hatten. Wieder waren die Ränge nicht gefüllt, auch wenn es im Verlaufe des Spiels mehr Zuschauer wurden. Aber einmal mehr war es auch beeindruckend, was die Anhänger mit ihren ausgefallenen Tänzen, Klängen und Vuvuzuelas zu leisten im Stande sind. Die Stimmung im weiten Rund war einmal mehr sehr freundlich und blieb immer absolut sportlich. Wenn auch der Fußball in Südafrika nach der Schönheit auch den Erfolg für sich gewinnen soll, so muss sich die Mannschaft noch etwas entwickeln. Aber bis zur Weltmeisterschaft 2010 gibt es auch bei den Spaniern noch einiges zu erledigen.
Modise und Booth sprechen Klartext
Denn die Vorstellungen sollen nach den letzten beiden Spielen wieder besser werden. Sie waren auch nach dem Spiel zunächst gesprächig, anders als die Kicker der Bafana Bafana. Der Goal.com-Redakteur Peter Pedroncelli fing Tsholofelo Modise und Matthew Booth nach dem Spiel ab und sprach über das Geleistete. Besonders zufrieden zeigte sich dabei Modise: „Alles in allem hatten wir ein gutes Turnier. Wir haben immer unser Bestes gegeben und müssen uns auch bei den Fans bedanken, die uns immer unterstützt haben. Nur mit ihrer Hilfe konnten wir etwas erreichen, was uns niemand zugetraut hatte. Die Fans sind für uns so extrem wichtig. Wir wissen, dass sie uns auch während der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr unterstützen werden.“
Booth war hingegen noch voll und ganz von der Niederlage mitgenommen: „Ich bin sehr enttäuscht, dass wir nach einer solch guten Leistung verloren haben. Aber Spanien ist eines der besten Teams der Welt, was sie heute und im letzten Spiel gegen uns bewiesen haben. Wir müssen uns insgesamt noch verbessern. Wir werden alle zusammen gute Arbeit leisten und uns auf das Turnier im kommenden Jahr vorbereiten. Eines wissen wir alle: Keiner hat seinen Platz in der Mannschaft sicher.“
Positives Fazit
Und so konnte noch vor dem Finale zumindest Joel Santana ein positives Fazit ziehen: „Wir haben noch ein weiteres, schweres Jahr vorzubereiten. Aber wir sind sehr glücklich, wie sich die Dinge hier entwickeln.“ Und das ist sowohl auf die sportlichen, als auch auf die logistischen Aspekete bezogen. Denn jeder, der das Turnier in Südafrika erlebt hat, kann mit Sicherheit eines feststellen: Abgesehen von kleineren Vorkommnissen waren die Südafrikaner sehr gute Gastgeber. 2010 wird es ein anderer Andrang, eine andere Euphorie. Womöglich wird dann genau diese erneute Steigerung auch eine sportliche Verbesserung bedingen. Denn auch das Spiel gegen Spanien zeigte: Es gibt trotz aller guten Leistungen noch viel Potenzial und Luft nach oben bei der Bafana Bafana...
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